Joghurt, Quark & Co – Eine Bauchentscheidung

„Hör auf Dein Bauchgefühl, es sagt Dir schon, was gut ist“. So oder so ähnlich haben es viele von uns bereits im Kindesalter gelernt. „Fühlt es sich gut an, dann mach es – fühlt es sich schlecht an, dann lass es“, lautete der Rat unserer Eltern oder Großeltern.

In vielen Lebenssituationen spielt unser Bauchgefühl eine entscheidende Rolle, besonders wenn es um emotionale Entscheidungen geht. Aber auch unsere Gesundheit lässt sich oftmals auf ein gutes Gefühl im Bauch zurückführen. Verantwortlich dafür ist der Darm. Das größte innere Organ unseres Körpers zeichnet sich dadurch aus, dass es Unglaubliches leistet und ein Konstrukt darstellt aus kleinsten Molekülen bis hin zu organischem Material.

Denken wir an den Darm, bringen wir mit ihm meist nur einen kleinen Teil, nämlich den der zurückgelegten Nahrungsstrecke, genauer gesagt den Vorgang vom Kauen bis zum Ausscheiden, in Verbindung. Der Darm ist jedoch ein weitaus größeres Organ, das im Schnitt eine Länge von 5,5 bis 7,5 Metern sowie eine Oberfläche von rund 32 
Quadratmetern aufweist. Der Vergleich mit durchschnittlichen Raumgrößen verdeutlicht die immense Dimension.

Neben der regulären Verdauungs- und Transportaktivität von Nahrung und Nährstoffen sorgt der Darm auch für die Abwehr von Krankheitserregern, die Reduzierung oder Beseitigung von Giftstoffen und den allgemeinen Aufbau unseres Immunsystems. Es handelt sich also um eine Art Kraftwerk und ein eigenes Ökosystem, das mit einem Uhrwerk zu vergleichen ist: Große und kleine Zahnräder übernehmen verschiedenste Aufgaben und geben den Takt vor – solange sie sich im Einklang bewegen. Hakt eines der Rädchen oder bleibt gar stehen, ist der gesamte Prozess gestört.

Dies geschieht etwa bei der Einnahme von Medikamenten: Die Darmaktivitäten können durch sie gestört werden, der natürliche Stoffwechselprozess wird empfindlich beeinträchtigt. Oftmals wird zwar die Krankheit, wegen der überhaupt Medikamente eingenommen werden, bekämpft, nicht selten sind jedoch mehr oder weniger spürbare Nachwirkungen die Folge. Denn Medikamente wie Antibiotika gehen gezielt gegen Bakterien vor – egal, ob gut oder schlecht. 

Schon nach der kurzfristigen Einnahme werden neben den schlechten auch die empfindlichen, hier lebenden guten Bakterien abgetötet. Die Bakterien wiederum sind dafür verantwortlich, dass die Darmflora überhaupt in der Lage ist Nährstoffe aufzunehmen und die Nahrung entsprechend lange zu halten, um die wichtigen Inhalte zu verstoffwechseln. Die Folge ist, dass die Nahrung schneller durch den Darm befördert wird und es somit zu Durchfall kommen kann. Außerdem können wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralien vom Körper auf die Schnelle nicht aufgenommen und verarbeitet werden – was wiederum Mangelerscheinungen zur Folge haben kann.

Erhält der Körper prinzipiell genug bakterielle Nahrung von der guten Sorte, wird auch das natürliche Level an Resistenz und Darmgesundheit deutlich angehoben. Mittlerweile werden sogar entsprechende Bakterien und Ballaststoffe, die hilfreich bei der Darmsanierung nach Medikamenteneinnahme sind, von Schulmedizinern empfohlen.

Zwar scheint das Thema Darm, Bakterien und Stoffwechsel auf den ersten Blick nicht gerade das attraktivste zu sein, es geht jedoch uns alle an und begleitet unseren Alltag. Deshalb lohnt es sich auch, dem Darm etwas Gutes zu tun – und das ist noch nicht einmal schwer. Denn geht es dem Darm gut, geht es uns gut. Denken Sie zum Abschluss aber auch noch einmal an den Vergleich mit dem Uhrwerk: Eine einwandfreie Funktion ist nur möglich, wenn tief im Verborgenem alles zusammenpasst und das Räderwerk gut funktioniert.

Schlagworte: Darm, Joghurt- Quark- & Co