Retro für Gutes – Interview mit Lena Lorenzen vom Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg

Oranex® hilft nicht nur bei hartnäckigen Flecken, sondern auch dabei, um Raum für künstlerische Freiheiten zu schaffen.

Eine Vielzahl von Kindern ist großen psychischen Belastungen ausgesetzt – familiären, schulischen oder sozialen Konflikten geschuldet. Durch kreative, künstlerische Prozesse schaffen es viele Kinder und Jugendliche jedoch sich zu öffnen und auszudrücken, was eine Grundlage für tiefgehende Auseinandersetzung mit eigenen Themen bietet.
Hier beginnt der Ansatz von Lena Lorenzen, Diplom Kunsttherapeutin und Systemische Familientherapeutin (Dgsf).
Schon seit April 2017 arbeitet Frau Lorenzen für die Deutscher Kinderschutzbund Segeberg gGmbH. Unter dem Dach des Kinderschutz-Zentrums übernimmt sie diese so wichtige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Davor war Frau Lorenzen u.a. im Atelier Freistil in Hamburg tätig, eine Kooperation von Leben mit Behinderung Hamburg und der Elbe-Werkstätten GmbH, was die Weichen für ihr jetziges Projekt gestellt hat.

In einer lockeren Gesprächsrunde hat mir Frau Lorenzen viel über Ihre aktuellen Einsatzbereiche erzählt.

Frau Lorenzen, was sind Ihre Aufgabengebiete im Kinderschutz-Zentrum?

Eine meiner Aufgaben ist es, im Co.-Team vor Ort mit den Familien zu arbeiten, wo eine gemeldete Kindswohlgefährdung vorliegt oder die Gefahr einer Kindeswohlgefährdung besteht. Gespräche zu suchen und Präventionsmaßnahmen vorzuschlagen. Über das Jugendamt bekommen meine KollegInnen und ich Familien zugeteilt, die wir anschließend aufsuchen. Wenn sich Kinder z.B. Lehrern gegenüber anders verhalten, in einer ungewohnten Art auffällig werden, kann ein Fall dem Jugendamt gemeldet werden. Es geht hier nicht immer um grobe Körperverletzung, wie sich in vielen Gesprächen herauskristallisiert. Oftmals sind es ungelöste und unausgesprochene Konflikte innerhalb der Familien, Krankheitsfälle, Arbeitslosigkeit, die die Kinder beschäftigen. Aber auch der Leistungsdruck in der Schule setzt die Kinder großen psychischen Belastungen aus.
Hier greifen wir ein, reden, reflektieren und bieten Unterstützung an. Ein Kind aus einer Familie heraus zu nehmen ist hierbei der allerletzte Schritt, zu dem es selten kommt, denn wir arbeiten am Miteinander.

Lässt sich pauschalisieren, wer „betroffen“ ist?

Nein, denn tatsächlich ziehen sich Problematiken unterschiedlichster Art durch alle sozialen und Bildungs-Schichten, auch da wo man es am wenigsten erwartet. Ebenso betreuen wir alle Altersgruppen, denn es soll so vielen Kindern wie möglich geholfen werden.

Welche Einsatzgebiete haben Sie noch?

Ich leite mehrere kunsttherapeutische Gruppen. Neben den Montags-Zwiebeln fahre ich wöchentlich in einen Segeberger Kindergarten. Hier betreue ich zusätzlich einige Kinder, die für eine spezielle Betreuung empfohlen worden sind. Tatsächlich erhalten wir viele Empfehlungen über SchulsozialarbeiterInnen (mein besonderer Dank gilt Frau W. von der Franz Claudius Schule!) bzw. BetreuerInnen, das funktioniert sehr gut.

Wie sieht hier die Arbeit vor Ort aus?

Ich habe festgestellt, dass viele Kinder, egal welcher Altersgruppe, nicht mehr richtig spielen können. Es gibt leider viel …Spielzeug, dass die Kreativität und das freie Entfalten stark einschränkt. Bei vielen Spielsachen / Spielen sind die Handhabung und das Endergebnis quasi vorgegeben. Das Bauteil x muss am Ende so oder so aussehen. Die Kinder spielen nach Plan und die Fantasie kommt hier viel zu kurz, Spielzeuge oder Materialien für andere Sachen zweckentfremden.
Hier sind auch die Eltern gefordert, sich proaktiv mit ihren Kindern zu beschäftigen

In diesem Kindergarten betreue ich auch immer dieselben Kinder. Hier arbeiten wir gemeinsam daran, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und sie fit für die Schule zu machen, damit ihnen der Einstieg leichter fällt und sie in der neuen Umgebung nicht „untergehen“. Nicht alle Kinder sind gleich und besonders bei den sensiblen bedarf es etwas Unterstützung.

Kommen wir zu Ihrer Gruppe „Montags-Zwiebeln“. Woher kommt der Name und was ist der Ansatz?

Tatsächlich begleitet mich das Wort „Zwiebeln“ seit meiner Kindheit. Nicht als Gemüse, sondern weil mein Vater uns Kinder immer Zwiebeln genannt hat. Das ist hängen geblieben und hat mich geprägt. Denn Zwiebeln sind so vielschichtig! Man weiß nie, was sich hinter der nächsten Schale verbirgt. Sie sind süß und scharf zugleich und können sich zu etwas Wunderschönem entfalten.

Daher fand ich, dass dieser Name zu meiner Kunstgruppe hervorragend passt.

Hier geht es darum, sich längerfristig um eine kleine, feste Gruppe zu kümmern, die Kinder zu motivieren und zu fördern. Sie sollen lernen, einen Zugang zu ihren Gefühlen zu bekommen, diese zu beleuchten und zu erkennen, um so schlussendlich die eigene Lebenssituation zu verbessern.

In erster Linie arbeiten wir daran, dass sich die Kinder und Jugendliche öffnen und lernen sich auszudrücken, wenn nicht in Sprache, dann über Bilder, Ton oder Bastelarbeiten. Es ist wunderschön zu sehen, wie aus anfänglicher Angst und Zurückhaltung, aber auch völliger Hilflosigkeit, sich etwas Tolles entwickelt und dann den Stolz in den Augen zu sehen. „Ich kann etwas, ich bin ich, so bin ich“ – die Erkenntnis ist so wichtig!
Jedes Kind hat auch immer die Möglichkeit, das selbst Geschaffene in den Räumen des Familienzentrums auszustellen, natürlich auch anonym.

Doch das „Erkennen“ geschieht nicht nach ein, zwei Treffen. Der Prozess des Vertrauens ist langwierig, zu merken, dass niemand ausgelacht wird, sich jeder entfalten kann wie er eben kann und will.

Mein Wunsch ist es, den Projektstatus zu verlassen und die Gruppe als alltagsbegleitendes Angebot zu sichern. Aktuell befinden sich die „Montags-Zwiebeln“ im Projektstatus und ein Durchgang umfasst 14 Termine, die aber nicht ausreichen, um den eigenen Weg zu finden, sei es persönlich oder künstlerisch. Es ist ein jahrelanger Prozess, betroffene Kinder zu begleiten, angefangen eigentlich vom Kindergarten zur Pubertät.

Wie finanziert sich das Projekt?

Aktuell finanziert der Kreis Segeberg meine Gruppe, der die Kosten auf jeden Fall bis zu den Sommerferien tragen wird. Sicherheit für eine weitere Finanzierung habe ich nicht. Zusätzliche Kosten, sowie folgende Projekttermine müssen ggf. über Spenden finanziert werden, was wir proaktiv angehen, denn es ist uns eine Herzensangelegenheit. Für die „Montags-Zwiebeln“ ist das wöchentliche Treffen und der Zusammenhalt der Gruppe schon jetzt eine sehr wichtige Konstante in ihrem Alltag geworden. Die Kinder und auch ihre Eltern oder Pflegeeltern sagen mir immer wieder deutlich, wie wichtig dieser Termin geworden ist und dass sie nicht mehr auf die „Zwiebeln“ verzichten möchten. Auf die Kinder kommen keine Kosten zu, die Teilnahme ist komplett kostenfrei. Doch wir müssen immer wieder Materialien etc. einkaufen, um dem Schaffen Möglichkeiten zu bieten.

Unterstützen Sie mit uns das so wichtige Projekt von Lena Lorenzen! Vom Kauf jeder Oranex Kraftreiniger Flasche à 500ml* im Retro-Look spenden wir 1 Euro für das Projekt „Montags-Zwiebeln“. Also decken Sie sich gerne fleißig ein, für sich, Ihre Familien und Freunde, denn geputzt werden muss immer!

*Verfügbar solange der Vorrat reicht.