Unverpackt – ein Trend seit fast 50 Jahren!

Ob ein Trend ein Trend oder nur eine Modeerscheinung ist, stellt sich meist erst Jahre oder gar Jahrzehnte später heraus. Nämlich genau dann, wenn nächste Generationen diesen wiederaufleben lassen.

Keine Angst, hier geht es nicht um die Reinkarnation der Schlaghose aus modischen Aspekten, sondern um viel mehr: nämlich darum, einen Beitrag zum Erhalt und Verbleib eines funktionierenden Ökosystems zu leisten und auch Kindern und Kindeskindern die Möglichkeit zu geben, dieses noch viele Jahre nutzen zu können.

Was bei Spinnrad® schon seit fast 50 Jahren Programm ist, erlebt glücklicherweise gerade jetzt eine erneute Renaissance. Schon damals wurden viele Rohstoffe und vor allem Wasch- und Reinigungsmittel in Kanistern an Händler geliefert, damit sich Kunden ganz gezielt und bewusst die gewünschten Produkte in kleinere Behälter füllen lassen konnten. Über die Jahre entwickelte sich die Handelsstruktur jedoch weiter, die Einzelhändler und Sortimente veränderten sich und das Thema Abfüllen vor Ort reduzierte sich auf einige wenige Anlaufstellen. Sicherlich lag das auch am Zeitmangel oder der Bequemlichkeit des ein oder anderen, fertig abgefüllte Produkte zu beziehen oder vermehrt online zu bestellen.

Trotz dieser Entwicklungen hat das Thema „Unverpackt“ im Sortiment von Spinnrad® immer einen wichtigen Platz eingenommen. So haben auch unsere Handelspartner beispielsweise in Berlin, Düsseldorf und Hannover ihren Kunden bis heute die Möglichkeit gegeben, sich Ihre Wunschprodukte vor Ort abzufüllen.

Seit einigen Monaten machen aber auch immer wieder neue Konzepte rund um „Unverpackt“ Schlagzeilen. Mit neuen und innovativen Ideen werden interessierte Kunden, die sich bewusster und weniger belastend der Umwelt gegenüber verhalten möchten, auf das Thema aufmerksam gemacht. Auch die Generation Junge Familie ist sich bewusst darüber, dass unverändertes Verhalten dazu führen wird, dass der Nachwuchs mit mehr Problemen und Katastrophen umgehen muss, wenn es keine Änderung in unserem Verhalten gegenüber unserer Umwelt gibt. Positiv stimmt uns auch, dass mehr und mehr Kunden und Händler gesteigertes Interesse zeigen, Müll zu reduzieren, ökologische Belastungen zu minimieren und zukunftsorientiert zu denken.

So hat unser Partner in Straubing Ende 2018 beispielsweise als erste Apotheke in dieser Region eine Abfüllstation eingerichtet, an der Kunden entweder eigene oder wieder-verwendbare Flaschen nutzen können, um sich Waschmittel und Reinigungsmittel für den Haushalt in den gewünschten Mengen abzufüllen. Zusätzlich wird eine regionale Aktion mit Presse und Radiospots genutzt, bei der sich verschiedenste Handelspartner und Organisationen zusammen geschlossen haben, um aktive Möglichkeiten aufzuzeigen, Müll zu reduzieren und einen bewussteren Alltag zu erleben.

Solche Ideen und Sortimentserweiterungen funktionieren allerdings erst, wenn Verbraucher sie auch annehmen und nutzen. Natürlich ist das fertig abgefüllte und oftmals auch noch günstigere Produkt in der Drogerie manchmal bequemer einzukaufen. Und die Umstellung auf weniger Plastikprodukte geht nicht von heute auf morgen. Auch bei uns wird es auf längere Sicht noch Kunststoffe als Verpackungsmaterial geben. „Zero Waste“ ist eine sehr bewusste und oftmals sicher auch nicht einfache Entscheidung, das eigene Leben zu gestalten. Wir möchten aber zumindest Alternativen anbieten und unseren Kunden die Entscheidung überlassen, welcher Weg eingeschlagen wird. Anregungen, Verbesserungsvorschläge und bitte auch Kritik sollen stets offen geäußert werden, damit auch wir uns stetig verbessern können.

Eine 360 Grad Wendung von jetzt auf gleich führt eher zu Depressionen und Niederschlägen, als zu Motivation und einem Wunsch nach Veränderung. Dieses fängt oftmals schon im Kleinen an: Fragen Sie sich doch zum Beispiel einmal, ob es wirklich das fertige Shampoo sein muss, das sie unter der Dusche verwenden oder Sie alternativ die Rohstoffe in Glasverpackungen beziehen und sich ein eigenes Shampoo anmischen könnten? Oder ob Sie weiterhin zum fertigen Joghurt greifen möchten und damit unter Umständen Inhaltsstoffe in Kauf nehmen, die Sie gar nicht haben möchten? Möchten Sie nicht viel lieber wissen, was drin steckt und bei der eigenen Herstellung sogar aktiv Müll vermeiden? Auch beim Einsatz von Waschmitteln lohnt es sich umzudenken: Kaufe ich die tollen bunten Waschmittel-Gel-Pads, bei denen schon vor dem Verzehr gewarnt werden muss, da Sie von glibberigen Weingummi-Tierchen kaum zu unterscheiden sind? Oder fülle ich mir meine Waschmittel ab und nutze diese nach einem Baukasten-Prinzip  –  so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Die Entscheidung können und möchten wir Ihnen nicht abnehmen, aber wir freuen uns, Ihnen Alternativen anbieten zu können. Verändern Sie nicht von heute auf morgen Ihr komplettes Leben, aber achten Sie doch mal darauf, welche kleinen Dinge sich verbessern lassen. Darauf kommt es an.

Unverpackt – packen wir es an!